Reengineering Wertpapiersystem

 

Kunde:

WPS Bank (heute dwpbank), Düsseldorf

Branche: Wertpapiertransaktionsbank
Projektaufgabe: Dieses Projekt stellt eines der umfassendsten Reengineering-Projekte dar, die in Deutschland je für ein bestehendes Wertpapierabwicklungssystem durchgeführt wurden.Nachdem die WPS Bank die Nutzungsrechte an einem Abrechnungssystem einer anderen Landesbank erworben hatte, mußte zunächst eine entsprechend angepaßte Variante dieses Systems erstellt werden. Da das Ursprungssystem nicht als Standardsoftware konzipiert war, mußten diverse „hartkodierte“ Parameter (wie z. B. Namen in Listenköpfen und Kontonummerkreise) „neutralisiert“ werden. Dieses bedeutete in der Praxis, daß alle potentiell variablen Werte in einem entsprechenden Tabellensystem abgelegt wurden und damit prinzipiell für alle Varianten des Systems außerhalb der Programme pflegbar waren.

Durch die notwendigen Anpassungen in den Programmen war es weiterhin erforderlich, diverse in /370-Assembler erstellte Module nach COBOL ’85 umzustellen. Außerdem wurden eine Reihe von Reportingprogrammen von einem proprietären „4GL“-System auf COBOL umgestellt.

Als weitere Aufgaben dieses umfassenden Reengineering-Projekts wurden durchgeführt:

  • die Jahr-2000-Anpassung
  • die Euro-Anpassung
  • die Ausweitung der Zahl unterstützter Mandanten
  • die Konsolidierung von Datenbeständen
  • allgemeine qualitätsverbessernde Maßnahmen

Um die Software in ihrer neuen Umgebung lauffähig zu machen und die weiteren – häufig parallelen – Wartungsarbeiten durchführen zu können, wurde eine grundlegende Entwicklungs- und Testumgebung aufgebaut. Diese Testumgebung war in der Lage, mehrere parallele Teilprojekte zu verwalten und entsprechende Synchronisationen zu unterstützen. Dabei mußten in der Spitze über 100 Entwickler parallel und auf verschiedene Standorte verteilt am gleichen System arbeiten könne. Zentrale Bestandteile der Testumgebung waren u. a.:

  • ein Konfigurationsmanagement auf Basis von OPAIRA-CCM
  • ein Testmanagement auf Basis von OPAIRA-TSM
  • Qualitätssicherungswerkzeuge wie AUDITOR und ANALYZER
  • weitere Werkzeuge für Debugging (XPEDITER) und Transaktionsmitschnitte (Hiperstation)

Das gesamte Anwendungssystem wurde erstmals Mitte 1998 in Produktion genommen und dann entsprechend weiter bearbeitet. Auch die zeitkritische Euro-Einführung zum 1.Januar 1999 wurde gemeistert, wie auch der Jahr 2000-Übergang.

Technisches Umfeld: OS/390, IMS-DB, IMS-DC, DB2, VSAM, PL/I, COBOL, Assembler, Telon, CA-EARL
Werkzeuge: XPEDITER, Hiperstation, AUDITOR, ANALYZER, OPAIRA-CCM
Projektzeitraum: 3,5 Jahre
Projektaufwand: über 50 Personenjahre CC-Aufwand zuzüglich des Aufwands vom Kunden und weiterer externer Dienstleister

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